Im Kreis Euskirchen wurden 1999 für die Rettungswachen im Rahmen des Rettungsdienstes soziale Ansprechpartner (SAP) ausgebildet. Mit Hilfe dieses Ansatzes sollte sichergestellt werden, dass von Stress, Burnout, psychischer Traumatisierung und anderen psychosozialen Problemen betroffene Mitarbeiter gezielte Hilfestellung durch speziell geschulte Kollegen erhielten.
Einige der ausgebildeten SAPler haben sich anschließend weiter qualifiziert für die Einsatzkräftenachsorge nach dem aus Amerika stammenden Critical Incident Stress Management / CISM nach Jeffrey T. Mitchell ( Stressbewältigung nach belastenden Ereignissen) und kamen somit – da sie bundesweit in einem System organisiert sind - z.B. beim ICE Unglück in Eschede, beim Amoklauf in Erfurt, bei der Jahrhundertflut in Ostdeutschland oder beim Tsunami in Thailand zum Einsatz.
Durch diese Ausbildung wuchs die Idee im Kreis Euskirchen ein Einsatzkräftenachsorge Team zu etablieren.
Damalige Aufgabenstellung :„Hilfe für Helfer“ für den Kreis Euskirchen und ggf. über die Kreisgrenzen hinaus.
Ein Jahr lang begaben sich damals Dirk Klein, Rolf Reetz und Rainer Brück auf die Suche nach Interessenten, um ein solches Team aufzubauen.
Durch Glück und Kontakte stieß Diplom Psychologe Prof. Horst Schuh zu der Gruppe. Durch ihn wurde es möglich, eine Ausbildung im Bereich CISM nach Euskirchen zu bekommen. Mit Dipl. Psychologen Ludwig Uhlmann hatten wir einen CISM Trainer, der 2001 eine zertifizierte Ausbildung in Zülpich durchführte.
Somit standen uns im Frühjahr 2001 insgesamt 16 ausgebildete „Einsatzkräftenachsorger“ im Kreis Euskirchen zur Verfügung, die im Mai offiziell ihren Dienst aufnahmen.
Die Gruppe unterschied sich damals sehr von den üblichen DRK Gruppierungen, da die wenigsten Mitglieder aus dem DRK kamen. Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Polizisten, Krankenschwestern und Rettungsassistenten u.a. vom Malteser Hilfsdienst und dem Kreis Euskirchen bildeten den ersten einsatzfähige KID Euskirchen.
Parallel zur Einsatzkräftenachsorge versuchten wir dann eine Angehörigenbetreuung flächendeckend für den Kreis Euskirchen aufzubauen. Geplant war,- kooperierend mit der katholischen und evangelischen Kirche - eine Notfallseelsorge zu gründen. Nach anfänglichen Gesprächen mit den Kirchen scheiterte dies jedoch von Seiten der Kirchen.
Da der Bedarf aber ersichtlich war, nahm sich KID Euskirchen der Aufgabe an und steht seither dem Rettungsdienst, der Feuerwehr und der Polizei für diese Aufgabe zur Verfügung.
Zu den Aufgaben vom KID gehörten somit die Betreuung von Angehörigen, Hinterbliebenen und Opfern nach rettungsdienstlichen oder polizeilichen Einsätzen, wie z.B.
• Tödlicher Unfall
• Unfall mit öffentlichen Verkehrsmitteln
• Vollendeter Suizid
• SIDS / Tod eines Kindes
• Vermisste Person
• Plötzlicher, unerwarteter Todesfall z.B. nach erfolgloser Reanimation
• Überbringen einer Todesnachricht
• Überlanger Rettungseinsatz (mit besonderer Belastung von Angehörigen)
• Einsatzkräftenachsorge CISM
sowie
• Schulung von Einsatzkräften in diesen Bereichen
• Vermittlung von Betroffenen zu weiter nachsorgenden Einrichtungen
• Aufbau eines Netzwerkes, um Übernahmen in diese möglichst unbürokratisch durchführen zu können
So ist KID seit Jahren Mitglied im Vorstand des Opfernetzwerkes, in enger Zusammenarbeit mit Caritas und NEST e.V. zur weiteren Trauerbegleitung u.v.m.
In zehn Jahren hat KID fast 400 Einsätze gehabt, in einer Silvesternacht die „Überbringung einer Todesnachricht“, am ersten Weihnachtstag morgens die Betreuung nach einem „plötzlichem Kindstod“, Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Eltern einer 13jährigen Vermissten über 2 Tage bis zur Mitteilung der bitteren Wahrheit, dass das Kind tödlich verunglückt war.
Überregional waren wir in Dresden beim Jahrhunderthochwasser, in Phuket beim Tsunami und haben über Wochen die Bundesweite Tsunami Hotline für Einsatzkräfte und Journalisten besetzt. Auch in Duisburg haben wir den dort total überlasteten Helfer und Besucher der Loveparade unsere Unterstützung geben können.
Während der Jahre veränderte sich das Team personell immer wieder. Vom ersten Tag an sind heute nur noch drei Personen dabei. Z.Zt. besteht die Gruppe aus 24 Mitgliedern.

DRK-Kreisverband Euskirchen e.V., Jülicher Ring 32b, 53879 Euskirchen, Telefon 0 22 51 / 79 11-0
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