Schrift: normal · groß · größer

Sprachförderung

Das Programm hat Sprachförderung von Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren in Kindertageseinrichtungen zum Ziel.  Ein Förderschwerpunkt ist die vorschulische Anbahnung des Schriftspracherwerbs. Im Zentrum des von Prof. Barbara Kochan und Dipl.-Päd. Elke Schröter (ComputerLernWerkstatt – CLW – an der Technischen Universität Berlin) erarbeiteten pädagogischen Konzepts steht das selbstbestimmte, entfaltende Lernen mittels neuer Technologien. Es spricht die natürliche Neugier der Kinder an Sprache und Schrift an, ermöglicht ihnen, die Schrift nach Maßgabe eigener  Entdeckungen  für eigene Ziele in Gebrauch zu nehmen und dabei nach und nach herauszufinden, wie Schrift „funktioniert“. Auf der Basis der von der ComputerLernWerkstatt seit 1985 gesammelten Erfahrungen in der kindlichen Nutzung des Computers als Schreib- und Lernwerkzeug wurde die „Schlaumäuse“- Lernsoftware von der Firma Microsoft entwickelt. Mit der Software können sich die Kinder die stumme Schrift anhören. So können sie z. B. Laut-Buchstabe-Beziehungen unabhängig von schriftkundigen Erwachsenen explorieren. Dazu bietet die Software digitale Werkzeuge wie die sprechende Tastatur, die sprechende Schreiblerntabelle , die Flüstertüte (Sprachsynthese) in der Textverarbeitung, die den Kindern eigene Verschriftung auf Wunsch vorliest, und eine durchgehende  analoge Vorlesefunktion. Außerdem ist die Software kommunikations- und kooperationsanregend und gibt Anregungen für Sprachaktivitäten jenseits des Computers.
Die Erzieherinnen und Erzieher wurden in einem Workshop für das Projekt pädagogisch und technisch fortgebildet und erhalten umfangreiches pädagogisches Anleitungsmaterial.

 

Die Grundlage des Schlaumäuse-Projekts bildet das pädagogische  Konzept des entfaltenden, selbstbestimmten Lernens, das die natürliche Neugier der Kinder an Sprache und Schrift aufgreift und Fehler auf dem Weg der (kindlichen) Erkenntnis als notwendige Ereignisse einschließt. Es geht konform mit Ergebnissen internationaler Forschungen zum frühkindlichen Lernen und zum vorschulischen Schriftspracheerwerb.           

                                                                                                                               
Es überwindet die Auffassung, dass Kinder nur kleinschrittig nach Anweisung lernen können und beständig auf Belehrung angewiesen sind. Das entfaltende Lernen setzt darauf, dass die Kinder aus freien Stücken lernen, im Gegensatz zum bloßen Ausführen vorgegebener Schritte und Aufgaben.

 

Im Schulmäuse-Projekt geht es nicht nur um eine Separierung der Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache, sondern um integrative Sprachförderung. Alle Kinder können vom Konzept des selbstbestimmten und entfaltenden Lernens profitieren, zumal die Schlaumäuse-Software das Herzstück des Projekts – dem Kind verschiedene Möglichkeiten zur eigeständigen Individualisierung anbietet.Die verwendeten sprachlichen Mittel sind deshalb nicht den teils wenig ausgeprägten deutschen Sprachfähigkeiten von Kindern mit Migrationshintergrund angepasst. Das würde den deutschsprechenden Kindern keinen Anreiz zur weiteren sprachlichen Entfaltung geben, auf die sie aber wie Migrantenkinder auch, ein Recht haben. So befindet sich die Gruppe der Kinder mit Migrationshintergrund beim Umgang mit der Schlaumäuse-Software durchaus in einer Situation, die vergleichbar ist mit der eines Kleinkindes, das seine Muttersprache erlernt und so manche Begriffe und Wendungen (zunächst) noch nicht für sich deuten kann. Dennoch spricht man -   aus guten Gründen -  mit ihm nicht in einer „Babysprache“. Diese macht in jedem Fall umlernen nötig und reduziert in keinem Fall das kommunikative Problem. Die Forschung hat gezeigt, dass  Kinder gerade in der Phase des Spracherwerbs auf komplexe Sprachmuster angewiesen sind. Wenn ein Kind nicht alleine mit der Aufgabenstellung der Schlaumäuse-Software zurecht kommt, weil seine deutschen Sprachkenntnisse noch zu gering sind, dann setzt das Konzept des selbstbestimmten und entfaltenden Lernens auf Kooperation und Kommunikation mit diesem Kind, bis es den nächsten Schritt wieder alleine machen kann. Dazu bedarf es zudem einer Lernumgebung, die das Kind ermuntert und bestärkt, für sein Vorrankommen selbst auch Verantwortung zu übernehmen und diese in einer sprachlichen heterogenen Kindergruppe potentiell vorhandene Hilfe für sich einzufordern und zu gebrauchen. Das Schlaumäuse-Projekt erhebt u.a. deshalb nicht den Anspruch, notwendige spezielle Sprachförderung ersetzen zu können.

Kontakt

Rolf Klöcker

"Unsere Kinder sind unsere Zukunft."

rkloecker@ drk-eu.de

02251 / 79 11 36
Jülicher Ring 32b
53879 Euskirchen

DRK-Kreisverband Euskirchen e.V., Jülicher Ring 32b, 53879 Euskirchen, Telefon 0 22 51 / 79 11-0

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