Euskirchen – Den fulminanten Schlusspunkt hinter eine herrliche Audienz am Hofe ihrer Tollität setzte et Fussich Julchen. Das Publikum in der voll besetzten Aula der Euskirchener Marienschule hat die letzte Schunkelmelodie nochmal in vollen Zügen genossen. Abmoderation. Ende. Ausmarsch. Doch halt. Nicht für Prinzessin Colette I. (Leber). Die Euskirchener Tollität absolviert noch einen wichtigen Fototermin auf der Bühne. Denn gemeinsam mit der DRK-Blutspendebeauftragten Edeltraud Engelen und den engagierten DRK-Blutströpfchen möchte sie Werbung machen für die Karnevalsblutspende am Mittwoch, 4. Februar, von 15 bis 20 Uhr im Euskirchener Rotkreuz-Zentrum.
Das Motto der ersten Euskirchener Soloprinzessin passt dann auch bestens zu diesem Lebensretter-Termin. Denn das lautet „Mir fiere et Lävve“ – und so soll es auch beim Blutspenden sein, wo jeder Spender dafür sorgt, dass andere Menschen im besten Fall das Leben wieder feiern können. Für die neue Tollität ist dieser Einsatz nicht nur eine Premiere, sondern zugleich auch eine sehr persönliche Angelegenheit. „Ein Trauerfall in der Familie hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig Blut- und Organspenden sind“, sagt die närrische Regentin. „Man kann mit so wenig so viel Gutes tun“, betont Colette. „Eine Blutspende kann für andere Menschen die Chance auf Leben bedeuten.“
Aufregende fünfte Jahreszeit
Für die erste Soloprinzessin in der Geschichte des Euskirchener Karnevals ist nicht nur der Blutspendetermin aufregend, sondern die ganze fünfte Jahreszeit. Die neue Rolle, die vielen Termine, die Begegnungen. Sie freue sich auf Besuche in Altenheimen und Kindergärten, auf zahlreiche Veranstaltungen im Stadtgebiet und natürlich auf den Höhepunkt der Session, den Rosenmontagszug. „Morgens aufzustehen und einen jecken Tag vor sich zu haben, ist einfach großartig“, sagt sie strahlend. Vor allem freut sie sich darauf, mit den Jecken zu feiern, zu schunkeln und gemeinsam Spaß zu haben.
Dass ihr Engagement für die Blutspende dabei mehr ist als ein offizieller Termin, zeigt auch ihr beruflicher Hintergrund: Prinzessin Colette arbeitet in der Obdachlosen- und Drogensuchthilfe. „Ich liebe meinen Job“, sagt sie. Hilfe leisten, Verantwortung übernehmen und Menschen in schwierigen Situationen unterstützen, prägt also nicht nur ihren beruflichen Alltag, sondern auch ihre närrische Regenschaft.
Ehrensache also, dass sie gemeinsam mit Edeltraud Engelen, der Blutspendebeauftragten des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen, sowie den „Blutströpfchen“, einer Gruppe engagierter ehrenamtlicher Damen, für die Blutspende wirbt. Die „Blutströpfchen“ sorgen bei jedem Termin für ein liebevoll zusammengestelltes Buffet, an dem sich die Spenderinnen und Spender nach ihrer guten Tat stärken können.
Edeltraud Engelen betont, dass gerade in der fünften Jahreszeit Blutspenden dringend benötigt werden. Aber nicht etwa wegen des närrischen Treibens, sondern vielmehr wegen der kalten Temperaturen. „Viele Spender fallen im Winter wegen Krankheit aus, daher ist es gerade jetzt so wichtig, Blut zu spenden. In den Kliniken herrscht aktuell Notstand bei den Blutreserven“, so die DRK-Blutspendebeauftragte.
„Ohne Blutspender läuft nichts in der medizinischen Grundversorgung, denn Blut wird jeden Tag aufs Neue benötigt, um Patienten in Therapie und Notfallversorgung behandeln zu können“, unterstreicht auch Rolf Klöcker, Geschäftsführer des Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen die Bedeutung der Blutspende. Allein der DRK-Blutspendedienst West sei werktäglich auf rund 3000 bis 3500 Blutspender angewiesen, um Hunderte Krankenhäuser mit Blutpräparaten versorgen zu können.
Um den rückläufigen Zahlen bei den Blutspendern entgegenzuwirken, freut sich das Euskirchener Rote Kreuz über die närrische Unterstützung der Euskirchener Prinzessin.
Termin online reservieren
Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. Die Altersgrenze von 75 Jahren ist inzwischen aufgehoben worden, auch die Altersgrenze für Erstspender gibt es nicht mehr. Das heißt, jeder kann solange Blut spenden, wie er möchte und sich gut fühlt. Zudem müssen Spender mindestens 50 Kilogramm und maximal 160 Kilogramm wiegen.
Vor der Spende sollte man ausreichend essen und mindestens 1,5 Liter (Wasser, Tees, Fruchtsäfte) getrunken haben. Auf keinen Fall nüchtern zur Blutspende kommen. Alle Spender müssen immer ein gültiges und amtliches Personaldokument mit Lichtbild (Personalausweis, Reisepass oder Führerschein) vorweisen können. Wer seine Wartezeit bei der Blutspende verkürzen möchte, kann sich vorab unter www.blutspende.de einen Termin reservieren.
Colette I. hofft, dass davon möglichst viele Spender Gebrauch machen und es eine erfolgreiche Karnevalsblutspende am Mittwoch, 4. Februar, im Rotkreuz-Zentrum sind. Und anschließend heißt es dann auf jeden Fall für den Rest der Session: Mir fiere et Lääve!
pp/Agentur ProfiPress
