· Zülpich

„Das DRK ist meine Familie“

Einsatzbereit für die Region: Fahrzeuge des DRK-Ortsvereins Zülpich vor dem Seehaus, in dem der Frühlingsempfang stattfand. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Langjährige Blutspender wurden beim Frühlingsempfang ausgezeichnet. Andreas Tschauner (hinten, 2.v.r.) war an diesem Vormittag der Geehrte mit den meisten Spenden: Insgesamt 175 hat er bereits sein Blut gespendet. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
90 Jahre Vorstandsarbeit: Beim Frühlingsempfang des DRK Zülpich wurden Dr. Heiner Schierbaum (M.), Georg Fiege (3.v.r.) und Timo Prinz (3.v.l.) ausgezeichnet. Es gratulierten der Vorsitzende Lothar Henrich (v.l.), Bürgermeister Ulf Hürtgen, Albert Bergmann sowie Bereitschaftsleiter Thomas Heinen. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Gemeinsam stark: Zahlreiche Mitglieder des DRK-Ortsvereins Zülpich wurden beim Frühlingsempfang für ihr Engagement geehrt. Unter den Geehrten auch der Kreisvorsitzende Karl-Werner Zimmermann (hinten 4.v.l.), der für 50 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Der DRK-Kreisvorsitzende Karl-Werner Zimmermann betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Rotkreuz-Grundsätze und die starke Gemeinschaft im Ortsverein Zülpich. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
„Wir haben mit dem Ortsverein Zülpich wirklich einen hochleistungsfähigen Ortsverein im Kreisverband, auf den wir uns immer verlassen können“, sagte Kreisbereitschaftsleiter Lars Klein, der einen Einblick in die vielfältige Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen gab. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Zülpich, Lothar Henrich, begrüßte die Gäste und stellte den Frühlingsempfang ganz in das Zeichen des Dankes an Helfer und Blutspender. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Gut besucht: Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Vereinen und dem DRK verfolgten den Frühlingsempfang im Zülpicher Seehaus. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Unterstützung aus den Reihen der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Mülheim-Wichterich: Thomas, Theo, Ann-Sophie, Ulrike und Stephan bewirteten die Gäste mit Getränken. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Schwungvoller Auftakt: Die Seniorentanzgruppe „Römerschwalben“ des DRK eröffnete den Frühlingsempfang im Zülpicher Seehaus mit zwei Tänzen und sorgte gleich zu Beginn für eine angenehme Atmosphäre. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Bereitschaftsleiter Thomas Heinen stellte in seinem Tätigkeitsbericht die beeindruckenden Zahlen des vergangenen Jahres vor und dankte den Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
„Egal, wo ich in Zülpich hingehe, das Rote Kreuz ist schon da.“ Zülpichs Bürgermeister Ulf Hürtgen würdigte in seinem Grußwort die Arbeit des DRK-Ortsvereins als verlässlichen Partner für Stadt und Bevölkerung. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Frühlingsempfang des DRK-Ortsvereins Zülpich würdigte Blutspender, Helfer und jahrzehntelanges Engagement – Dr. Heiner Schierbaum wirkte 47 Jahre an verantwortlicher Stelle mit

Zülpich – Mit einem eindrucksvollen Frühlingsempfang hat der DRK-Ortsverein Zülpich im Seehaus auf das vergangene Jahr zurückgeblickt, langjährige Wegbegleiter geehrt und vor allem eines deutlich gemacht: Das Deutsche Rote Kreuz ist in Zülpich weit mehr als eine Hilfsorganisation. Es ist Gemeinschaft, Rückhalt und für viele tatsächlich so etwas wie Familie.

Der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, Lothar Henrich, begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Vereinen und befreundeten Organisationen. Er machte direkt klar, worum es an diesem Tag gehen sollte: „Dieser Tag soll ein Dankeschön-Tag sein: für unsere Blutspender, für unsere Helfer, für diejenigen, die uns auch finanziell, aber auch bei unserer täglichen Arbeit unterstützen.“ Bereits in seiner Begrüßung wurde deutlich, wie breit das Netzwerk des Ortsvereins in Zülpich aufgestellt ist und wie sehr das DRK in der Stadtgesellschaft verankert ist.

Das Hase-Igel-Prinzip

Auch Zülpichs Bürgermeister Ulf Hürtgen fand in seinem Grußwort treffende Worte für die besondere Stellung des Ortsvereins. „Wir sind eine starke Familie“, so Hürtgen, der selbst Mitglied im DRK ist. Er würdigte den Ortsverein als starken, verlässlichen Partner, auf den sich Stadt, Verwaltung und Bevölkerung jederzeit verlassen könnten. Besonders stolz sei man in Zülpich auf diesen absolut seriösen und gut geführten Ortsverein. Ob bei Sanitätsdiensten, Blutspenden, Verpflegungseinsätzen, Evakuierungen oder der Betreuung der AED-Standorte: Das DRK sei da, wenn es gebraucht werde. Sein Bild vom „Hase-und-Igel-Prinzip“ brachte es auf den Punkt: „Egal, wo ich in Zülpich hingehe, das Rote Kreuz ist schon da.“

Der DRK-Kreisvorsitzende Karl Werner Zimmermann betonte ebenfalls die besondere Mischung, die den Frühlingsempfang in Zülpich auszeichne. „Das ist eine Gemengelage hier, die ist richtig schön“, sagte er mit Blick auf den Saal. „Da hinten sitzt das Jugendrotkreuz, rechts sitzen die Senioren, hier vorne sitzen die Blutspender und an den beiden anderen Tischen sitzen alle, die zwischen Jugendrotkreuz und Senioren zählen“, sagte er mit einem Schmunzeln. Zugleich erinnerte Zimmermann daran, dass die Werte des Roten Kreuzes weit über den lokalen Rahmen hinausreichen. Während man in Zülpich gemeinsam feiere, seien Rotkreuzler in anderen Teilen der Welt unter ganz anderen Bedingungen im Einsatz. Gerade deshalb lohne es sich, die Grundsätze des Roten Kreuzes immer wieder neu ernst zu nehmen.

Einen breiten Einblick in die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen gab anschließend Kreisbereitschaftsleiter Lars Klein. Er spannte den Bogen von Sanitätsdienst, Betreuung und Verpflegung über Technik und Sicherheit bis hin zu Bergwacht, Wasserwacht, Rettungshundeeinheit, Kriseninterventionsdienst und Kreisauskunftsbüro. Dabei machte er den Grundgedanken der Arbeit klar: „Wir verstehen uns als humanitäre Hilfsorganisation, die sich am Schutz von Leben, Gesundheit und Würde aller Menschen orientiert.“ Für Zülpich fand er besonders anerkennende Worte. „Wir haben mit dem Ortsverein Zülpich wirklich einen hochleistungsfähigen Ortsverein im Kreisverband, auf den wir uns immer verlassen können.“

18.900.000 Sekunden Einsatzdienst

Wie eindrucksvoll dieses Lob mit Zahlen zu unterfüttern ist, zeigte Bereitschaftsleiter Thomas Heinen in seinem Tätigkeitsbericht. 107 Helferinnen und Helfer engagieren sich derzeit im Einsatzdienst des DRK Zülpich. Im vergangenen Jahr kamen dabei rund 5.250 Stunden ehrenamtliche Arbeit zusammen. „Das sind umgerechnet 315.000 Minuten oder 18.900.000 Sekunden“, sagte Heinen und machte deutlich, dass hinter diesen Zahlen noch weit mehr stecke: Aus- und Fortbildung, Übungen, Fahrzeug- und Materialpflege, Gemeinschaftsabende, Betreuung und zahllose kleine Handgriffe, die im Alltag oft unsichtbar bleiben. „Wir sind da für die Menschen in Zülpich, im Kreis Euskirchen und natürlich darüber hinaus“, sagte Heinen. Zum Schluss seines Berichts fand er klare Worte des Dankes in Richtung Helferschaft: „Ohne euch könnten wir das nicht!“

Denn der Ortsverein war 2025 unter anderem bei 13 Verpflegungseinsätzen für die Polizei, sieben Verpflegungseinsätzen für die Feuerwehr, einer Personensuche sowie Evakuierungen im Rahmen von Bombenentschärfungen in Köln und Euskirchen im Einsatz. Hinzu kamen 61 Sanitätsdienste, vor allem bei Veranstaltungen im Seepark, bei Sportereignissen, an Karneval und auch im RheinEnergie-Stadion in Köln. Eine wichtige Säule bleibt zudem die Blutspende: Sieben Termine wurden im vergangenen Jahr durchgeführt, bei denen 1.343 Blutspenden zusammenkamen, darunter 155 Erstspender. Das entspricht 671,5 Litern Blut. „Eine starke Bilanz“, bilanzierte Heinen.

Zum DRK Zülpich gehören aber nicht nur Einsatzkräfte und Blutspendedienste. Auch das Jugendrotkreuz mit derzeit 14 Aktiven und die Seniorentanzgruppe mit 16 Mitgliedern zeigen, wie breit der Ortsverein aufgestellt ist. Genau das machte den Frühlingsempfang so besonders: Hier wurde nicht nur Leistung gewürdigt, sondern gelebte Gemeinschaft sichtbar. Zur gelungenen Atmosphäre trug auch die Unterstützung aus den Reihen der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Mülheim-Wichterich bei. Thomas, Theo, Ann-Sophie, Ulrike und Stephan kümmerten sich um die Bewirtung der Gäste und versorgten sie mit Getränken. Und die „Römerschwalben“, die Seniorentanzgruppe des DRK, hatte den Vormittag mit zwei Tänzen bereichert.

Helfer ausgezeichnet


Sicherlich ein Höhepunkt des Empfangs waren die Ehrungen. Für langjähriges ehrenamtliches Engagement im DRK-Ortsverein Zülpich wurden zahlreiche Helferinnen und Helfer ausgezeichnet. Für fünf Jahre Mitarbeit im DRK wurden Michaela Bartel-Krantz, Katharina Duronio, Annegret Michels, Clarissa Reifferscheidt, Pauline Joopen, Andreas Krantz, Jan Offermann und Lukas Potes geehrt. Für zehn Jahre Engagement erhielt Frithjof Borchers sowie für 15 Jahre Bernhard Rücker, Annette Heinen und Heidi Pfundstein eine Auszeichnung. Für 20 Jahre Mitarbeit wurden Timo Prinz und Alexander Schiffmann ausgezeichnet. Auf 25 Jahre ehrenamtliches Engagement blickt Susanne Schulz zurück. 

Bereits 30 Jahre sind Regina Eversheim, Ursula Meister, Heike Weinand, Heinrich Weinand, Horst Weinand und Gaby Weinand dem DRK verbunden. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde Karl-Werner Zimmermann geehrt. Eine besondere 25-jährige Ehrung auf Landesverbandsebene erhielt zudem Markus Monnig.

Auch langjährige Blutspender wurden ausgezeichnet. Für 25 Blutspenden wurden Daniel Böser, Sven Hamann, Johannes Jaspers, Joachim Jeblick, Kathleen Trier-Emde, Jan Zingsheim, Hildegard Baumann, Franz Becker, Robert Berlin, Tim Disemond, Oliver Endres, Sonja Fischer, Anja Robbel-Buchweitz, Simone Schöngen und Alexander Schür geehrt. Für 50 Blutspenden wurden Heinrich Esser, Wolfgang Henseler, Günter Krause und Gerd Hoffsümmer ausgezeichnet. Für 75 Blutspenden erhielten Claudia Ritz, Franz-Josef Stein, Alfred Fischer und Andrea Schmitz eine Ehrung. Für 100 Blutspenden wurden Gisela Hellenthal, Patrick Dost und Georg Schmitt sowie für 125 Blutspenden Ralf Ruland ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung für 175 Blutspenden erhielt Andreas Tschauner. Zähle man alle Blutspenderjubilare zusammen, ergebe das 1475 Spenden und 737,5 Liter Blut, stellte Thomas Heinen fest.

36 Jahre lang Schatzmeister

Besonders bewegend wurde es bei den Sonderehrungen für langjährige Verantwortungsträger des Ortsvereins. Ernst-Georg Fiege wurde für seine großen Verdienste gewürdigt. Er war 36 Jahre lang Schatzmeister im Vorstand des DRK Zülpich. Insbesondere seinen Einsatz rund um den Bau der neuen Zülpicher Unterkunft würdigte Lothar Henrich. „Damit hatten wir wieder eine Heimat“, so der Vorsitzende des Zülpicher DRK, der gemeinsam mit Thomas Heinen auch Timo Prinz auszeichnete, der nach sieben Jahren im Vorstand inzwischen vor allem in der Kreisbereitschaftsleitung und im Kreisvorstand aktiv ist.

Beeindruckend auch die Ehrung von Dr. Heiner Schierbaum, die vielen in Erinnerung bleiben dürfte. Seit 1978 gehört er dem DRK an, von 1978 bis 2025 war er Bereitschaftsarzt im Vorstand und in der DRK-Bereitschaft Zülpich aktiv. Das ist eine außergewöhnliche Zeitspanne von 47 Jahren in verantwortlicher Funktion. Seine Worte brachten an diesem Nachmittag auf berührende Weise auf den Punkt, was das Rote Kreuz für viele bedeutet: „Das DRK ist in der Tat meine Familie. Ich bin aus voller Überzeugung Rotkreuzler.“

Das war mehr als nur ein persönliches Bekenntnis. Es war so etwas wie die Quintessenz des gesamten Frühlingsempfangs. Denn zwischen Tanz, Rückblick, Zahlen, Danksagungen und Ehrungen wurde im Seehaus vor allem eines sichtbar: Das DRK in Zülpich lebt von Menschen, die sich mit Herz, Zeit, Verlässlichkeit und großer Überzeugung für andere einsetzen.

pp/Agentur ProfiPress