Blankenheim/Bad Münstereifel – Als sich im Juli 2021 die Flutkatastrophe ereignete, suchten Menschen vor allem eines: Orte, an denen sie Hilfe finden konnten. Das Rote Kreuz war mit seinen Stützpunkten in den Orten sichtbar, dort kamen die Menschen zusammen, um Unterstützung zu bekommen, um Fragen zu stellen oder einfach, um nicht allein zu sein.
Genau solche Orte sind jetzt mit zwei neuen DRK-Unterkünften in Blankenheim und Bad Münstereifel entstanden. Sie sind nicht nur funktionale Gebäude für Fahrzeuge, Ausbildung und Material, sie sind auch sichtbare Zeichen des Ehrenamtes mitten in den beiden Kommunen.
„Mit den neuen Unterkünften stärken wir gezielt die Infrastruktur unseres Ehrenamtes im Südkreis“, betont Rolf Klöcker, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Euskirchen. „Gut ausgestattete Standorte sind entscheidend, damit unsere Helferinnen und Helfer ihre Arbeit in der Ausbildung, bei Veranstaltungen und natürlich auch im Katastrophenschutz zuverlässig leisten können.“
Beide Unterkünfte folgen dem gleichen Konzept: Schulungsräume für Ausbildung und Kurse, eine Küche, Büro- und Lagerräume sowie eine Fahrzeughalle für Einsatzfahrzeuge und Material. Künftig sollen in den Räumen auch Angebote der Familienbildung sowie Erste-Hilfe-Kurse stattfinden. Die Gebäude sind zudem barrierefrei und damit für alle Menschen zugänglich.
Unterschiedliche Grundstücke
Der Unterschied liegt vor allem in den Grundstücken. In Blankenheim an der Römerstraße in direkter Nachbarschaft zum Centershop stand mehr Fläche zur Verfügung. Dort konnte das Gebäude großzügiger geplant werden, mit drei Rolltoren und Platz für bis zu vier Fahrzeuge.
In Bad Münstereifel in der Jakob-Katzfey-Straße hingegen musste das Gebäude auf ein deutlich schmaleres Grundstück angepasst werden. „Jeder Zentimeter wurde genutzt“, sagte Gerd Fink, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins, bei einem Rundgang. Rolf Klöcker unterstreicht dabei die gute Zusammenarbeit mit den Kaller Planern von PE Becker. „Als die Grundstücksfragen geklärt waren, konnten die Gebäude inklusive Planung innerhalb von zwei Jahren realisiert werden“, so der DRK-Kreisgeschäftsführer.
In der Kurstadt ist so eine kompakte Fahrzeughalle mit zwei Rolltoren entstanden, ergänzt durch die gleichen Funktionsräume wie in Blankenheim: Schulungsräume, Küche, Büro, Lagermöglichkeiten, sanitäre Anlagen und eine Duschmöglichkeit. In der Fahrzeughalle steht der Mannschaftstransportwagen des Ortsvereins und die mobile Küche des Kreisverbands. „Das Zubehör lagert auf Rollwagen, so dass wir bei einem Einsatz nur aufladen müssen und losfahren können“, erläutert Gerd Fink.
Für ihn steht fest: „Solche Standorte sind mehr als nur Gebäude. Mit der technischen Ausstattung, der Photovoltaikanlage und der Möglichkeit, bei Bedarf über ein Notstromaggregat autark zu arbeiten, können wir hier auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig bleiben. Gerade in Krisenlagen zeigt sich, wie wichtig verlässliche Anlaufpunkte für die Bevölkerung sind.“
Auch für die Organisation der Blutspenden ergeben sich durch die neue Unterkunft Vorteile. Die Termine selbst finden weiterhin in der Mimi-Renno-Halle statt, doch Vorbereitung und Logistik können nun von der benachbarten Immobilie aus organisiert werden.
Von Schulungen und Gemeinschaft
In Blankenheim wird die neue Unterkunft ebenfalls intensiv genutzt. Die dortige DRK-Bereitschaft zählt rund 60 aktive Mitglieder mit Qualifikationen vom Ersthelfer bis zur Notärztin.
„Die neue Unterkunft gibt unserer Bereitschaft ganz neue Möglichkeiten“, sagt Angela Tack, Bereitschaftsleiterin des DRK-Ortsvereins Blankenheim. „Wir haben jetzt moderne Schulungsräume, Platz für unsere Fahrzeuge und eine Infrastruktur, die Ausbildung, Einsatzvorbereitung und Gemeinschaft unter einem Dach zusammenbringt.“ Hinter den Einsätzen stehen jedes Jahr Tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit bei Sanitätsdiensten, Veranstaltungen oder im Katastrophenschutz.
Während die Bereitschaft in Blankenheim bereits sehr stark aufgestellt ist, ist die Einheit in Bad Münstereifel deutlich kleiner. Gerade deshalb hat die neue Unterkunft dort eine besondere Bedeutung. Die neuen Räume bieten nun bessere Voraussetzungen für Ausbildung, Treffen und Nachwuchsarbeit. Darüber freut sich auch Bereitschaftsleiter Martin Sieradzki. „Perspektivisch soll auch die Jugendarbeit im Jugendrotkreuz ausgebaut werden, um junge Menschen früh für das Ehrenamt im Roten Kreuz zu begeistern“, sagt Gerd Fink.
Zeit- und Kostenrahmen eingehalten
Insgesamt hat das DRK im Kreis Euskirchen rund zwei Millionen Euro in die Gebäude investiert. „Wir sind im Kosten- und Zeitrahmen geblieben“, freut sich Geschäftsführer Rolf Klöcker. Eine wichtige Rolle bei der Finanzierung spielte auch eine Förderung der GlücksSpirale.
„Gerade für Bauprojekte im Ehrenamt ist es heute alles andere als selbstverständlich, Fördermittel zu erhalten“, erklärt Boris Brandhoff, der sich für das DRK um die Förderanträge gekümmert hat. „Umso dankbarer sind wir für die Unterstützung durch die GlücksSpirale. Diese Förderung hat entscheidend dazu beigetragen, dass beide Projekte umgesetzt werden konnten.“ Die Fördermittel lagen bei jeweils rund 100.000 Euro pro Standort und halfen dabei, die neuen Gebäude für die ehrenamtliche Rotkreuzarbeit zu realisieren. Damit sind im Südkreis zwei moderne DRK-Standorte entstanden, beide gebaut, um zu helfen.
pp/Agentur ProfiPress



