· Euskirchen

Mit Träumen, Teamgeist und Tempo

Als Träumerinnen und Träumer (wie Meerjungfrau „Arielle“) durften die Teilnehmenden ihre Ideen zunächst munter sprudeln lassen. Das Ergebnis füllte einen ganzen Tisch. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Als Realistinnen und Realisten (wie Kämpferin „Mulan“) prüften die Teams anschließend, welche Ideen realistisch sind und welche Schritte es zur Umsetzung bräuchte. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
#ZukunftMachen-Projektleiter Boris Brandhoff betreute den agilen Praxistag gemeinsam mit Angelika Eimermacher (links), sowie Nadine Olbrich, Mirja Sieradzki und Sandra Barlach. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
…. und einen Turm aus Spaghetti und einem Marshmallow konstruieren durften. In den verschiedenen Challenges ging es darum, schnell ins gemeinsame Handeln zu kommen, Aufgaben zu verteilen, Lösungen zu testen. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
#ZukunftMachen-Projektleiter Boris Brandhoff betreute den agilen Praxistag gemeinsam mit Angelika Eimermacher (links), sowie Nadine Olbrich, Mirja Sieradzki und Sandra Barlach. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

DRK-Kreisverband Euskirchen erprobte im Familienzentrum Weilerswist Süd die „Disney-Methode“ – „Gute-Fee“-Roadshow sammelte Impulse in den Einrichtungen – Teamwettbewerb mit extra coolem Gewinn

Weilerswist – Erst durfte geträumt werden. Dann sortiert, geplant und kritisch hinterfragt. Was ein wenig nach Zauberstab und Märchen klang, entpuppte sich im DRK-Familienzentrum Weilerswist Süd jüngst als sehr konkrete Zukunftsarbeit: Beim Agilen Praxistag Kita im Rahmen des Projektes „#ZukunftMachen“ erprobten rund 60 Mitarbeitende aus den DRK-Kitas spielerisch, wie sich gute Ideen entwickeln, schärfen und in den Alltag übertragen lassen. 

Und das teils auf „märchenhafte“ Art und Weise: Im Mittelpunkt des agilen Praxistags stand die sogenannte „Disney-Methode“. Dabei schlüpfen die Teilnehmenden der Reihe nach in unterschiedliche Rollen: Als Träumerinnen und Träumer (wie Meerjungfrau „Arielle“) durften sie ihre Ideen zunächst munter sprudeln lassen. Als Realistinnen und Realisten (wie Kämpferin „Mulan“) prüften sie anschließend, was von alldem real machbar ist und welche Schritte es dafür bräuchte. In der Rolle der Kritikerinnen und Kritiker (wie das „Biest“ aus dem Klassiker „Die Schöne und das Biest“) ging es schließlich darum, mögliche Stolpersteine, Risiken sowie offene Fragen konstruktiv zu benennen.

#ZukunftMachen-Projektleiter Boris Brandhoff betreute den agilen Praxistag gemeinsam mit Angelika Eimermacher, sowie Nadine Olbrich, Mirja Sieradzki und Sandra Barlach. Rund 60 interessierte Mitarbeitende hatten sich im Vorfeld angemeldet. Während Teams aus insgesamt neun teilnehmenden DRK-Kitas die kniffligen Challenges absolvierten oder sich mit ihren beruflichen Träumen, Wünschen und Zielen auseinandersetzten, behielt Brandhoffs Team den Überblick. „An diesem Tag heute geht es in erster Linie um Partizipation“, unterstrich Boris Brandhoff. „Wünsche und Bedarfe zu formulieren, sowas fällt verständlicherweise nicht jedem Mitarbeitenden auf Anhieb leicht.“ Die „Disney-Methode“ helfe aber dabei, agile Prinzipien in die Organisation zu tragen. 

Was das konkret bedeutet? „Die Frage dahinter ist, wie Veränderungsprozesse zielführend gestaltet werden könnten in einer komplexen Organisation wie dem DRK-Kreisverband Euskirchen.“

Der Agile Praxistag in Weilerswist war Teil des ESF-geförderten DRK-Projektes „#ZukunftMachen“, das durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Förderprogramm „rückenwind³“ gefördert wird. – Und das damit nun in seine dritte Phase eintritt. Mit diesem Projekt will der DRK-Kreisverband Euskirchen Arbeitskultur, interne Prozesse und Zusammenarbeit zukunftssicher weiterentwickeln. Wichtig ist dabei: Veränderung soll nicht von oben verordnet werden, sondern mit den Mitarbeitenden entstehen. Genau deshalb spielen Beteiligung, Ausprobieren, Rückmeldung und gemeinsames Lernen eine zentrale Rolle.

Dass diese Herangehensweise gut in die Kita-Welt passt, zeigte sich bereits am Vormittag. Da war das Projektteam mit einer kleinen „Gute-Fee“-Roadshow in den Einrichtungen unterwegs, um erste Ideen, Wünsche und Herausforderungen direkt vor Ort einzusammeln. Die Impulse aus dem Alltag der Kitas wurden anschließend in Weilerswist-Süd aufgegriffen und weiterentwickelt.

Neben der Disney-Methode standen zwei agile Teamwettbewerbe im Mittelpunkt, bei denen die Mitarbeitenden im Team Bälle von Kiste zu Kiste weitergeben und einen Turm aus Spaghetti und einem Marshmallow konstruieren durften. In den verschiedenen Challenges ging es darum, schnell ins gemeinsame Handeln zu kommen, Aufgaben zu verteilen, Lösungen zu testen, die Gruppe realistisch einzuschätzen und als Team auf neue Situationen zu reagieren. Dabei wurde schnell klar: Agilität ist kein theoretisches Schlagwort, sondern kann ganz praktisch erfahrbar werden – etwa dann, wenn Kommunikation, Vertrauen und Flexibilität über den Erfolg einer Aufgabe entscheiden.

Für zusätzlichen Ehrgeiz sorgte aber auch ein besonderer Gewinn: Die erfolgreichste Kita darf sich über einen Eiswagen beim nächsten Teammeeting freuen. Da am Ende gleich zwei Teams den ersten Platz belegten, dürfen sich sowohl das Team „Klein Spanien“ der DRK-Kita Weilerswist-Lommersum als auch das Team „Rainbow“ der Kita Regenbogen in Weilerswist über den Hauptgewinn freuen. „Dass es am Ende sogar zwei erste Plätze gab, hat mich besonders gefreut. Das zeigt, wie stark Teamarbeit und Zusammenhalt in unseren Kita-Teams gelebt werden“, sagte Angelika Eimermacher bei der Siegerehrung.

Damit wurde aus dem Wettbewerb nicht nur ein spielerischer Praxistest, sondern auch ein Dankeschön an die Teams, die den Kita-Alltag Tag für Tag mit großem Einsatz gestalten.

Die Ergebnisse des Praxistags fließen nun in den dritten und letzten Projektzyklus von „#ZukunftMachen“ ein. Dort sollen die Innovationsthemen weiter ausgearbeitet und so konkretisiert werden, dass aus Ideen tragfähige Lösungen für den DRK-Alltag entstehen können. Gerade die Kitas bringen dabei wichtige Perspektiven ein: Sie arbeiten nah an Kindern und Familien, sie kennen die Herausforderungen im pädagogischen Alltag und sie wissen, wie entscheidend gute Strukturen, klare Kommunikation und starke Teams sind.

#ZukunftMachen-Projektleiter Boris Brandhoff und sein Team waren am Ende hoch zufrieden: „Großartig, dass wir heute eines unserer wichtigsten Projektziele mithilfe von knapp 60 DRK-Mitarbeitenden als Multiplikatoren umsetzen konnten!“

Am Ende des Tages war im Familienzentrum Weilerswist Süd spürbar, worum es bei „#ZukunftMachen“ im Kern geht: Zukunft entsteht nicht am Reißbrett, sondern im gemeinsamen Tun. Manchmal mit Moderationskarten und Methode. Manchmal aber auch mit Team-Challenge und Gelächter. Oder mit einer guten Fee ...

pp/Agentur ProfiPress