· Euskirchen

Volle Punktzahl für den Ärztedialog

Auch die Rotkreuzler um den DRK-Kreisverbandsvorsitzenden Karl Werner Zimmermann (2.v.l.) waren angetan vom erfrischenden Konzept der Veranstaltung. Getragen vom DRK-Kreisverband Euskirchen und unterstützt von regionalen Partnern sowie unter der Schirmherrschaft der KVNO, versteht sich der Ärztedialog als langfristige Plattform für bessere Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. oto: Niklas Rose/DRK/pp/Agentur ProfiPress
Frank Gummelt, Kreisverbandsarzt des DRK Euskirchen sowie Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) Kreisstelle Euskirchen machte gleich zu Anfang deutlich: „Es fehlen Ärzte, auch hier bei uns.“ Durch den Abend führte die WDR-Moderatorin Magdalena Gorecki. Foto: Niklas Rose/DRK/pp/Agentur ProfiPress
Das Event punktete mit einer Lockerheit, die Mediziner von Fortbildungsveranstaltungen nicht unbedingt gewohnt sind: Statt reiner Frontalvorträge stand ein lebendiger Mix aus Fachinput, Diskussion und persönlichem Austausch im Mittelpunkt. Foto: Niklas Rose/DRK/pp/Agentur ProfiPress
„Gute Versorgung entsteht nicht isoliert“, betonte Alexander Schiffmann zur Begrüßung, und traf damit den Kern des Abends. Foto: Niklas Rose/DRK/pp/Agentur ProfiPress

Mehr als hundert Mediziner bei der ersten Fortbildungs- und Netzwerkveranstaltung des DRK in der Ideenfabrik – Thema: Erkrankungen der Niere – Im Fokus: Wissensgewinn, Austausch und Vernetzung von Klinik-, Haus- und Fachärzten in der Region – DRK als zentraler Knotenpunkt der regionalen Gesundheitsversorgung

Euskirchen – Mit einem neuen, bewusst anders gedachten Format hat der erste Euskirchener Ärztedialog des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kreisverband Euskirchen auf Anhieb überzeugt. Mehr als hundert Medizinerinnen und Mediziner – darunter etliche angehende – waren am Mittwochabend in der Alten Tuchfabrik zusammengekommen. „Deutlich mehr, als zu Planungsbeginn von vereinzelten Stimmen prognostiziert“, wie Alexander Schiffmann, Schulleiter der DRK-Rettungsdienst-Akademie Euskirchen augenzwinkernd (und sicher auch ein wenig erleichtert) verriet. 

Den Anspruch des DRK hatten die Initiatoren, Alexander Schiffmann und Frank Gummelt, Kreisverbandsarzt des DRK, im Vorfeld klar formuliert: Wissen teilen und die Versorgung in der Region stärken. „Gute Versorgung entsteht nicht isoliert“, betonte Schiffmann zur Begrüßung – und traf damit den Kern des Abends. Denn genau hier setzte das DRK mit dem Ärztedialog an: als zentrale Plattform, die Ärztinnen und Ärzte aus Praxen, Kliniken und den medizinischen Nachwuchs zusammenbringt. – Jenseits klassischer Kongressformate. 

Dieser sympathische Mix ist Veranstaltern und Referenten in der Ideenfabrik am Mittwochabend voll und ganz gelungen: „Angenehm. Ein bisschen wie bei einem Klassentreffen“, beschrieb eine Schleidener Medizinerin die Atmosphäre in den modernen Räumlichkeiten der Ideenfabrik. „Spannende Sache“, hieß es von einem Ärzte-Team aus dem Nachbarkreis Düren. „Nützlich und sinnvoll. Auf sowas haben wir lange gewartet!“ 

Neben erfahrenen Medizinern nutzten auch einige Studierende der Humanmedizin die Gelegenheit, wie die Euskirchener Medizinstudentin Lara Ehrlich: „Ich hoffe sehr auf nützliche Connections, denn in der Uni fehlt mir dazu die Gelegenheit.“ 

Die Überschrift des ersten DRK-Ärztedialogs lautete „Erkrankungen der Niere“. Durch den Abend führte die WDR-Moderatorin Magdalena Gorecki, die die Gäste souverän durch drei Fachvorträge, anregende Diskussionen und lebendigen Austausch leitete. Goreckis Fazit am Ende brachte die Essenz des Abends auf den Punkt: „Kommunikation ist der Schlüssel.“

Und kommuniziert wurde an diesem Abend so einiges: Das Event punktete mit einer Lockerheit, die Mediziner von Fortbildungsveranstaltungen nicht unbedingt gewohnt sind: Statt reiner Frontalvorträge stand ein lebendiger Mix aus Fachinput, Diskussion und persönlichem Austausch im Mittelpunkt. Drei Fachvorträge beleuchteten das Thema Nierenerkrankungen aus unterschiedlichen Perspektiven, die sich bewusst an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung orientierten. 

Frank Gummelt, Kreisverbandsarzt des DRK Euskirchen sowie Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO)   Kreisstelle Euskirchen machte gleich zu Anfang deutlich: „Es fehlen Ärzte, auch hier bei uns.“ Zugleich hob der Facharzt für Innere, Notfall- und Reisemedizin die Rolle der Hausärzte als zentrales Bindeglied hervor. Themen wie Diagnostik in der hausärztlichen Praxis, zum Beispiel die Frage „Wann beginnt man mit der Dialyse?“, seien entscheidend für den Alltag. Einer von Gummelts Appellen an die Krankenhauskollegen: „Für uns Hausärzte ist nicht nur wichtig zu wissen, dass ein Medikament in der Klinik abgesetzt wurde. Sondern auch, warum.“

Den zweiten Schwerpunkt setzte Professor Dr. med. Christoph Hammerstingl, Leiter der kardiologischen Abteilung am Kreiskrankenhaus Mechernich. Hammerstingl machte auf packende Art die enge Verbindung zwischen Herz- und Nierenerkrankungen deutlich: „Ein komplexes Thema. Und das Problem nimmt zu, denn wir sehen immer mehr ältere Patienten mit zahlreichen Begleiterkrankungen.“ Nierenpatienten seien oft Herzpatienten und umgekehrt. 

Wie wichtig direkte Erreichbarkeit und kurze Wege sind, zeigte eine spontane Publikumsfrage: Eine junge Ärztin wandte sich an Hammerstingl: „Wie kann ich Sie bei Bedarf schnell erreichen?“ Ein Moment, der den Wunsch nach unkomplizierter Vernetzung unterstrich. 

Dr. Thomas Ackermann vom Nierenzentrum „Eifeldialyse“ ergänzte die Fakten schließlich aus nephrologischer Sicht und ging dabei auf die verschiedenen Ursachen von Nierenversagen ein. Anhand eines Fallbeispiels machte Ackermann deutlich, wie stark auch Medikamente Einfluss auf die Nierenfunktion haben. Ein gemeinsames Fallbeispiel der drei Mediziner zeigte am Schluss sehr anschaulich, wie durch enge Abstimmung aller Beteiligten eine Dialyse möglichst lange hinausgezögert werden kann. Ein zentrales – wenn nicht sogar das zentrale – Ziel in der Patientenversorgung der Nephrologie. 

Dass das neue Dialog-Format den Nerv getroffen hatte, zeigte sich nicht nur während des offiziellen Programms. Im anschließenden Paneltalk und in der offenen Fragerunde wurde intensiv diskutiert. „Sensationell organisiert. Ich kann mich an keine Fortbildung erinnern, bei der hier in der Gegend so viele Kolleginnen und Kollegen zusammengekommen sind“, lobte Ackermann die Veranstalter des DRK.

Auch Sponsor Julian Bolten von Apollon Steuerberatung zeigte sich überzeugt: „Die Idee von Alex Schiffmann ist so gut, dass wir den Ärztedialog unbedingt unterstützen wollten.“

Viele Gäste blieben noch lange nach dem offiziellen Teil, um Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu vertiefen. Getragen vom DRK-Kreisverband Euskirchen und unterstützt von regionalen Partnern sowie unter der Schirmherrschaft der KVNO, versteht sich der Ärztedialog als langfristige Plattform für bessere Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. 
Eine Fortsetzung ist geplant: Der nächste Ärztedialog befindet sich bereits in Vorbereitung, mit dem klaren Ziel, den Austausch weiter zu stärken und die medizinische Versorgung in der Region nachhaltig zu verbessern.

pp/Agentur ProfiPress