· Blankenheim

„Schönes neues Zuhause“

… den Angela Tack für die Gäste anschnitt. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Im großen Schulungsraum konnten Besucherinnen und Besucher erfahren, wie wichtig dem Ortsverein und seiner Vorsitzenden das Motto #nieohnemeinteam ist. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Bei der Fahrzeugausstellung konnte man alles über den Fuhrpark und seine Funktionen erfahren. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Stellten die Arbeit der DRK-Familienbildung und -Bildungsakademie vor: (v. l.) Patrick Dost (Bereichsleitung Aus- und Weiterbildung, Familie und Senioren, Mitgliederservice und Hausnotruf), Maren Dederichs (Leiterin Familienbildung - Zweigstelle Zülpich) und Daniel Larres (Leiter Bildungsakademie). Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Sprachen zu den Besucherinnen und Besuchern in der großen Garage: (v. r.) Bereitschaftsleiterin Angela Tack, Franz Willems, Ortsgruppenleiterin Manuela Schildhauer, Bürgermeisterin Jennifer Meuren und Karl-Werner Zimmermann. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Mitglieder des DRK-Ortsvereins Blankenheim freuten sich vor der Fahrzeugausstellung über ihr nagelneues und topmodernes „Zuhause“ in der Römerstraße. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
… draußen gab´s eine Hüpfburg… Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Teil des Kuchenbuffets war auch ein eigens für den Bereitschaftsdienst gestalteter Kuchen… Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Ein Blick in den Rettungswagen… Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
…in den Gerätewagen Rettungsdienst… Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Zur feierlichen Einweihung waren auch viele befreundete Vereine und Feuerwehren gekommen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Bei der Familienbildung durften kleine Besucher sogar mal am Glücksrad drehen, um kleine Überraschungen zu gewinnen... Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
… oder in die Notfalltasche. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Die DRK-Urgesteine (vorne, v. r.) Helga Breuer (ehemalige Leiterin Blutspende) und Peter Müller (ehemaliger Ortsgruppen-Vorsitzender) mit der Ortsgruppen-Vorsitzenden Manuela Schildhauer und der Blutspende-Beauftragten Edeltraud Engelen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
… und ein Wasserspiel zu entdecken. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

DRK-Ortsverein Blankenheim weihte moderne Unterkunft an der Römerstraße ein – Rund eine Million Euro investiert

Blankenheim – Was über viele Jahre auf einen kleinen Kellerraum, eine Küche und mehrere Garagen verteilt war, hat jetzt ein gemeinsames Dach: Mit zahlreichen Gästen, befreundeten Hilfsorganisationen, Feuerwehren und Vertretern aus Politik und DRK feierte der Ortsverein Blankenheim die Einweihung seiner neuen Unterkunft an der Römerstraße 4.

Bei strahlendem Sommerwetter nutzten mehr als 60 Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, das Gebäude, die Einsatzfahrzeuge und die vielfältige Arbeit des Roten Kreuzes kennenzulernen. Eine Hüpfburg, Spielangebote und ein Wasserspiel sorgten bei den Kindern für Unterhaltung. Erwachsene konnten sich unter anderem beim Reanimationstraining ausprobieren, den modernen Fuhrpark besichtigen oder sich über Hausnotruf, Rotkreuzdose und die Angebote der DRK-Familienbildung informieren. Auch für Kaffee, Kuchen, Grillgut und kühle Getränke war gesorgt.

„Dieses Haus soll ein Ort der Begegnung, der Gemeinschaft, des ehrenamtlichen Engagements und der Familienbildung sein“, betonte die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Blankenheim, Manuela Schildhauer, zur Begrüßung. Ihr besonderer Dank galt dem DRK-Kreisverband Euskirchen und dessen Vorstand, die den Bau ermöglicht und dem Ortsverein sowie der Familienbildung zur Verfügung gestellt hätten.

Vom Provisorium zum Neubau

Wie groß der Schritt für die Blankenheimer Rotkreuzler ist, machte Bereitschaftsarzt Dr. Thomas Bons deutlich. Über viele Jahre sei der Ortsverein zunächst in der alten Grundschule und später in Räumen des ehemaligen Kindergartens untergebracht gewesen. Gleichzeitig sei die Bereitschaft erheblich gewachsen. Neben dem Sanitäts- und Rettungsdienst gehören auch Aufgaben im Katastrophenschutz und bei der Blutspende zum Spektrum. „Wir haben jetzt alles kompakt an einem Ort: die Fahrzeuge, die Ausrüstung und die Räume für Ausbildung und Fortbildung“, freute sich Bons. Darüber hinaus entspreche alles modernsten energetischen Anforderungen. Möglich geworden sei das neue Gebäude insbesondere durch die Unterstützung des DRK-Kreisverbandes Euskirchen.

Wie beengt die frühere Situation tatsächlich war, schilderte der stellvertretende Bereitschaftsleiter Maurice Schildhauer. Der Bereitschaft habe im Untergeschoss des Kindergartens ein Raum von lediglich rund 20 Quadratmetern zur Verfügung gestanden – Küche und übrige Ausstattung eingeschlossen. Gleichzeitig sei die Zahl der Aktiven von zunächst 30 bis 40 auf inzwischen fast 60 Menschen gestiegen.

„Nie ohne mein Team“

Von einem „deutlichen Sprung nach vorne“ sprach Bereitschaftsleiterin Angela Tack. Die neue Unterkunft verbessere nicht nur die Abläufe bei Ausbildung und Einsätzen, sondern biete auch Raum für Gemeinschaft und Teambildung. „Was wir vorher hatten, war ein Behelf, der viele Jahre funktioniert hat. Nun haben wir ein richtig schönes neues Zuhause“, sagte Tack. Insgesamt zähle der Ortsverein etwa 90 Mitglieder.

Besonders wichtig war der Bereitschaftsleiterin, nicht nur Vorstände und Führungskräfte in den Mittelpunkt zu stellen. „Ohne das komplette Team würde das hier nicht funktionieren“, betonte sie und brachte ihr persönliches Motto auf den Punkt: „Nie ohne mein Team.“ Zu den Menschen, die die Arbeit des Ortsvereins über viele Jahre hinweg mitgetragen haben, gehören auch Helga Breuer (Blutspende) und Peter Müller (Vorsitzender) die ebenfalls gekommen waren. Sie stehen stellvertretend für viele engagierte Helferinnen und Helfer, die sich in Bereitschaft, Blutspende und Vereinsleben einbringen.

Rund eine Million Euro

Nach Angaben von Rolf Klöcker, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Euskirchen, kostete der Neubau rund eine Million Euro. Eine Förderung kam von der Glücksspirale. Nicht eingerechnet seien die Kosten für das Grundstück, das die Gemeinde erworben und dem Kreisverband im Wege des Erbbaurechts zur Verfügung gestellt habe. Bereits jetzt nutzten auch die Familienbildung und die Bildungsakademie die Räume für Kurse: „Wir sind sehr froh, dass wir hier ein schönes Gebäude geschaffen haben, das jetzt mit Leben gefüllt wird.“

Die Suche nach einem geeigneten Grundstück habe einige Zeit gedauert. Umso dankbarer sei man der Gemeinde, dass schließlich eine ausreichend große und verkehrsgünstig gelegene Fläche gefunden worden sei. Der Standort liege weiterhin nah am Blankenheimer Ortskern, an der Autobahn und biete zugleich ausreichend Platz und Parkmöglichkeiten.

Bürgermeisterin lobte Zusammenarbeit

Zur neuen Unterkunft gratulierte auch Blankenheims Bürgermeisterin Jennifer Meuren. Das Gebäude sei modern, zweckmäßig und beherberge alles, was der Ortsverein für seinen ehrenamtlichen Einsatz benötige. „Ich glaube, hier kann man sich wohlfühlen und die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit unter guten Bedingungen leisten“, sagte Meuren.

Besonders hob die Bürgermeisterin hervor, dass auch das Familienzentrum in der Unterkunft ein Zuhause gefunden habe. Nach dem Neubau der DRK-Kindertagesstätte habe dort zunächst eine geeignete Räumlichkeit gefehlt. In der Römerstraße könnten nun regelmäßig Angebote stattfinden. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und bei Veranstaltungen wie der „Tour de Ahrtal“ würdigte Meuren: „Ich wünsche euch, dass ihr von allen Einsätzen immer sicher zurückkommt und hier eine gute Heimat habt, die euch wieder auffängt.“

Wie alles begann

Dass bis zur Fertigstellung ein langer Atem notwendig war, erinnerte der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Euskirchen, Karl-Werner Zimmermann. Die ersten Überlegungen für einen Neubau hätten bereits vor der Corona-Pandemie begonnen. „Aber wir sind fertig geworden, und ich denke, es ist gut geworden“, so Zimmermann. Eine große und aktive Bereitschaft habe nun endlich eine Unterkunft, mit der sie arbeiten und die Rotkreuzgeschichte in Blankenheim fortsetzen könne.

Wie sehr die Blankenheimer Bereitschaft in den vergangenen drei bis vier Jahren gewachsen ist, zeigt auch ihr Fuhrpark. Neben einem Rettungswagen stehen mittlerweile zwei Mannschaftstransportfahrzeuge, einer davon liebevoll „Opi“ genannt, und ein neuer Gerätewagen Rettungsdienst zur Verfügung. Sie alle finden in der neuen Halle Platz.

Kevin Schumacher vom DRK-Ortsverein erklärte den Gästen die Ausstattung der Fahrzeuge. Der neuen Gerätewagen könne beispielsweise bei Großschadenslagen zusätzliche Ausrüstung und Helfer an die Einsatzstelle bringen. „Bei einer größeren Lage fehlen vor allem zwei Dinge: Material und Personal“, erklärte Schumacher. Genau hier greife das Modulsystem des Katastrophenschutzes.

Der Rettungswagen der Bereitschaft entspreche weitgehend den Fahrzeugen des regulären Rettungsdienstes. Komme es im Kreisgebiet zu besonders vielen Notfällen, könne die ehrenamtliche Mannschaft alarmiert werden und den hauptamtlichen Rettungsdienst unterstützen. Gerade im Südkreis sei dies bedeutsam, weil die Wege zu Krankenhäusern vergleichsweise lang seien. Auch bei längeren Einsätzen der Feuerwehr ist der Ortsverein gefragt. Innerhalb weniger Minuten können Helfer Getränke und kleine Snacks verladen und die Einsatzkräfte vor Ort versorgen.

Familienbildung informierte

Die neuen Räume kommen aber nicht allein der Bereitschaft zugute. Auch die DRK-Familienbildung nutzt das Gebäude. Maren Dederichs informierte bei der Feier mit Patrick Dost und Daniel Larres über bestehende Bewegungs- und Gruppenangebote, den Hausnotruf sowie die Rotkreuzdose für Notfälle. Außerdem gab es Kinderprogramm mit Spielecke und Glücksrad. 

Künftig sollen auch regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse in Blankenheim angeboten werden. „Die Menschen sollen nicht immer bis nach Mechernich oder Euskirchen fahren müssen, um einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen“, erklärte Dederichs. Gesucht würden zudem weitere Kursleitungen für Krabbel- und Spielgruppen im Raum Blankenheim und Dahlem.

Dass die neue Unterkunft nicht nur ein funktionaler Zweckbau, sondern bereits ein lebendiger Treffpunkt geworden ist, zeigte sich bei der Einweihungsfeier eindrucksvoll. Zwischen Fahrzeughalle, Schulungsraum, Hüpfburg und Reanimationsstation kamen Gäste und Helfer miteinander ins Gespräch. 

Am Ende blieb vor allem das Bild eines DRK-Ortsvereins, der in den vergangenen Jahren enorm gewachsen ist und weit über Blankenheim hinaus Verantwortung übernimmt – bei Konzerten und Fußballspielen im Kölner Rhein-Energie-Stadion ebenso wie bei örtlichen Veranstaltungen, im Rettungsdienst, bei Blutspenden oder im Katastrophenschutz. Mit der neuen Unterkunft besitzt dieses Engagement nun den Platz, den es braucht.

pp/Agentur ProfiPress